Apples größter Fehler: Na sowas aber auch?!

Ist Apple unfehlbar? Natürlich nicht, der kultige Hersteller aus dem sonnigen Kalifornien leistete sich schon manchen Patzer. Ein Experte will nun aber ausgerechnet den größten Fehler ausgemacht haben. Liegt er damit goldrichtig oder aber unterläuft ihm vielmehr der Fehler. Die aktuelle Wochenendkolumne von GIGA hat die Antwort darauf.

Apples größter Fehler ... markige Worte, die da Dan Ives von Wedbush Securities in einem Interview mit Yahoo Finance bemüht. Der Experte nimmt kein Blatt vor den Mund und behauptet selbstsicher: „Der größte strategische Fehler von Jobs und Cook in den letzten 10 bis 12 Jahren ist meiner Meinung nach, dass sie Netflix nicht schon vor einigen Jahren übernommen haben.“ Ist dem wirklich so?

Apples größter Fehler: Hat der Experte recht?

Fakt ist: Netflix ist heute Markführer unter den Streaming-Diensten und auf dem Papier über zwanzig Mal mehr wert als noch vor 10 Jahren. Fakt ist auch, der iPhone-Hersteller konnte mit dem eigenen Angebot „Apple TV+“ bisher nur Achtungserfolge erzielen, nicht mehr als ein Schulterklopfen unter Filmschaffenden. Wirtschaftlich betrachtet ist es auf absehbare Zeit aber ein reines Zuschussgeschäft – ein Erfolg sieht anders aus. Verwunderlich ist dies nicht. Im Gegensatz zu Netflix oder auch Disney+ verfügt Apple über keinen Katalog von zig Filmen und Serien. Alles muss mühsam selbst aufgebaut werden und bis jetzt überzeugt das Angebot zahlende Kunden noch nicht. Hat der Experte so betrachtet dann nicht recht? Wäre es für Apple nicht einfacher gewesen sich einfach den Markt zu „kaufen“ als ihn mühsam Stück für Stück zu erobern?

Apropos Netflix, darauf können sich Zuschauer jetzt im März freuen:

Rückblickend betrachtet ist man immer schlauer, nur hilft dies am Ende wenig. Die eigentliche Frage lautet nämlich: Wäre Netflix heute da wo es ist, wenn Apple den Anbieter vor vielen Jahren schon übernommen hätte? Denkbar wäre auch genau das Gegenteil. Der Innovationsgeist von Netflix wäre vielleicht auch komplett untergegangen, die Marke eventuell eh komplett vom Markt verschwunden. Was hätte Apple an kreativen Ideen zugelassen, wie viele hätte man im Vorfeld der Produktionen abgewürgt?

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

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Apple will keine Märkte kaufen, aus gutem Grund

Meine Meinung? Es ist ein Trugschluss zu glauben, wenn Firmen nur groß genug akquirieren, könnte man sich Märkte einfach erkaufen. In den seltensten Fällen bleiben die kreativen Köpfe an Bord. Meistens hauen die schon nach kurzer Zeit ab, auch weil sie sich langweilen und den Freigeist vermissen. Auch deshalb scheut Apple bisher derartige Übernahmen und Fusionen. Man kauft zwar mehrmals jährlich Firmen, aber nur kleine und mittlere Betriebe mit spannenden Technologien. Die kann man dann in eigene Produkte und Angebote integrieren. Apple kauft keine Märkte, sondern allein Technologien.

Insofern ist „Apples größter Fehler“ gar keiner, weil die Option eines Kaufs für Apple nie wirklich ernsthaft zur Debatte stand. Selbiges gilt dann übrigens auch für Tesla. Firmengründer Musk wollte ja tatsächlich mal die E-Auto-Company an Apple verscherbeln. Die meldeten sich aber nicht mal. Verständlich, derartige „Elefantenhochzeiten“ stecken nicht in Apples DNA. Und wer dann derartige „Angebote“ macht oder von „Apples größtem Fehler“ spricht, der versteht die Firmenkultur der Kalifornier schlichtweg nicht. Kurz und gut: Kaufen ist für Apple keine Option wenn das Gegenüber „too big to fail“ ist.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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