Sonos Roam im Test: Der Sonne hinterher

Ey yo was geht, warum haben mache Lautsprecher nur Bluetooth-Empfang und andere nur WLAN – gibt's denn nicht auch beides zusammen? Ja, gibt es: Der Sonos Roam ist eine kompakte und klangstarke Box für drinnen und draußen. GIGA-Redakteur Stefan hat sie ausgiebig getestet und teilt seine Erfahrungen.

Sonos Roam im Test: Fazit

GIGA-Wertung: 8.5 / 10

In den eigenen vier Wänden fügt sich der Sonos Roam per WLAN nahtlos in bestehende Sonos-Multiroom-Setups ein, inklusive der hervorragend gelungenen Einrichtung und Steuerung per Smartphone-App. Im Freien nimmt er dann Musik per Bluetooth entgegen, wie jeder andere Mobillautsprecher auch.

Abgerundet wird das kompakt gebaute Gesamtpaket durch einen natürlichen und erstaunlich voluminösen Klang, der sich locker mit den Leistungen ähnlich hochwertiger Konkurrenten messen kann. Dass der Speaker eigentlich nur Mono-Sound von sich gibt und die Bedienelemente deutlicher sein könnten, ist in der Praxis zu verkraften. Aus meiner Sicht ist der Roam genau der Lautsprecher, auf den viele Sonos-Fans zurecht gewartet haben: Handlich, flexibel einsetzbar, wunderschön, ohne schwerwiegende Schwächen. Klare Kaufempfehlung.

Vorteile:

WLAN und Bluetooth integriert Guter Sound, inklusive automatischer Klangoptimierung Schickes Design

Nachteile:

Bedienelemente sind schwer zu erkennen Akkulaufzeit nur durchschnittlich

 

Klang: Ein Gespür für Musik

Es gibt nur wenige Hersteller, denen ich ein tiefergehendes Gespür oder gar eine wahre Liebe für Musik zuschreiben würde. Sonos gehört aber auf jeden Fall zum erlesenen Club. Die Produkte überzeugen mit einer stets ausgewogenen und nie anstrengenden Soundsignatur, die klangliche Details offenlegt und zu fast jeder Musikrichtung passt. Egal ob es um den großen Sonos Five oder den kleinen Sonos One geht: Der grundlegende Charakter ist immer derselbe – ein wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Boxen in einem Multiroom-System kombinieren lassen und gemeinsam harmonisch aufspielen.

Auch der Sonos Roam hält sich in Sachen Klang an die familiären Pflichten und liefert eine – in Anbetracht des überschaubaren Gehäusevolumens – beachtliche Vorstellung ab. Statt übertriebenem Basshammer setzt der Roam auf wohldosierten Groove. Statt zischelnder Höhen liefert er echte Feinheiten, ohne sie dem Hörer grob entgegenzuwerfen.

Und: Statt Stereo und virtuellen 3D-Sound-Tricks bekommen wir „nur“ Mono. Das ist normalerweise ein Makel – in der Kompaktklasse aber vertretbar. Bei 16,8 cm in der Breite ist überzeugendes Stereo nunmal nicht machbar. Dann lieber Mono, aber dafür gut. Nun, man kann sich auch zwei Sonos Roam kaufen und sie zu einem Stereo-Paar verbinden – dann wird's aber insgesamt schon etwas teuer. Der Sound wird vom Sonos Roam nach vorne hin abgestrahlt und ist dabei immer eindeutig ortbar. Mir persönlich gefällt das besser als diffuser 360-Grad-Sound, den manche Bluetooth-Boxen bieten.

Anders als herkömmliche Mobil-Lautsprecher kann sich der Sonos Roam per Trueplay Tuning ständig selbst einmessen und seinen Klang auf die räumlichen Gegebenheiten hin optimieren. Das funktioniert recht gut und lässt bei der Aufstellung etwas mehr Möglichkeiten zu. „Manuelles“ Trueplay bietet der Roam aber nicht. Das Verfahren, bei dem man mit einem iPhone den Raum abläuft (z. B. beim Sonos One), empfinde ich als stärker in der Wirkung als die automatische Variante des Roam.

Ausstattung: Gut, aber nicht herausragend

Hardwareseitig ist der Sonos Roam fast so schlicht, wie das Design suggeriert. Das wassergeschützte Gehäuse ist aus Kunststoff, die beiden Seiten sind aus Gummi. Die erhabenen Bedienelemente zur Musiksteuerung sind auf der linken Seite untergebracht – und nur schwer zu erkennen. Hinten befindet sich der Ein-/Ausschalter – auch dieser ist will erstmal gefunden werden. Vielleicht hätte da ein klein wenig farblicher Kontrast geholfen.

Daneben befindet sich die USB-C-Buchse zum Aufladen. Ich habe die meiste Zeit den optionalen Wireless-Charger genutzt (49 Euro UVP), der mit leichter Magnetkraft sicher unter dem Lautsprecher sitzt und vom Design her perfekt dazu passt. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang des Sonos Roam enthalten – ich habe mein Anker 24W 2-Port USB Ladegerät verwendet.

Besonderheiten wie einen 3,5-mm-Klinkeneingang oder einen Tragegriff hat der Sonos Roam nicht zu bieten. Sogar die Farbauswahl ist (derzeit) auf Weiß (eigentlich ein sehr helles Grau) und Schwarz beschränkt. Wer lieber Tarnmuster und Leuchteffekte haben möchte, wird anderswo besser bedient ( – ich denke da an den JBL Flip 4 Camouflage oder den Soundcore Flare Mini).

Sonos Roam in der Praxis: Die Möglichkeiten voll ausgeschöpft

Der Sonos Roam ist nicht der erste WLAN-Lautsprecher des kalifornischen Herstellers, der zusätzlich mit einem Akku sowie wie mit Bluetooth ausgestattet ist. Auch der bereits 2019 vorgestellte Sonos Move ist gleichermaßen für den Innen- und Außenbetrieb geeignet. Dieser „große Bruder“ dürfte allerdings für manche Situationen etwas zu wuchtig und für so manches Portemonnaie mit fast 400 Euro auch etwas zu teuer sein. Der Sonos Roam kostet hingegen erschwinglichere 179 Euro (UVP) und passt mit seinen kompakten 168 x 62 x 60 mm sogar in eine kleine Handtasche. Der Roam ist gewissermaßen ein „Move Mini“.

Eingerichtet wird der Sonos Roam per Sonos-App mit dem Smartphone. Das geschieht innerhalb kürzester Zeit, sodass der Roam schnell zu einem bereits bestehenden Setup dazugehört und „mitmusizieren“ kann. Ich habe den Roam gleichmal mit einem Sonos Amp an zwei großen JBL-Lautsprechern und einem Sonos One in der Küche aufspielen lassen: Drei Räume – überall der gleiche Song, absolut synchron. Interessant: Das „Mischen“ von Bluetooth und WLAN ist möglich. So lässt sich der Roam per Bluetooth verbinden, um dann mit einem (per WLAN verbundenen) Sonos One gemeinsam und synchron den selben Song zu spielen.

Die App ist übersichtlich, läuft sehr stabil und bietet seit einiger Zeit auch kuratierte Radiosender. Ich finde, man merkt, dass Sonos bei der Softwareentwicklung keine halben Sachen macht und in der Hinsicht zurecht viele der anderen Hersteller abhängt. Das ist im Alltag für den Nutzer essentiell – und meiner Meinung nach auch ein paar Euro „Aufpreis“ wert. Ein nettes, aber für mich nicht so bedeutendes Feature ist die Sound-Swap-Funktion. So lässt sich Musik, die auf dem Roam läuft, auf einen anderen Sonos-Speaker übertragen – das geht auch in die andere Richtung. Allerdings muss man dafür die Sonos App verwenden, bei Airplay-Übertragungen klappt das nicht.

Der integrierte (und nicht vom Nutzer wechselbare) Akku läuft laut Hersteller bis zu 10 Stunden – das sollte für die meisten Situationen ausreichen, außer man ist mal für einen sehr langen Ausflug unterwegs. Ein Ausdauerwunder ist der Sonos Roam allerdings nicht, es gibt einige tragbare Bluetooth-Boxen, die deutlich länger laufen. Zudem ist mir aufgefallen, dass sich der Akku im Standby nach und nach entleert – das könnte damit zusammenhängen, dass der Roam stets auf ein Signal der App wartet, um dann sofort loszuspielen. Ein Druck auf den Power-Button schaltet den Lautsprecher ganz ab (in der App steht dann „offline“) – dann ist aber auch die Empfangsbereitschaft deaktiviert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Sonos Roam bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Der Hersteller hat die beiden doch recht unterschiedlichen Funkstandards WLAN und Bluetooth clever kombiniert, sodass in der Praxis ein weitestgehend „nahtloses“ Nutzungserlebnis dabei raus kommt. Dass WLAN stationär ist und Bluetooth auch Telefonklingeln überträgt – das sind Nachteile, die Sonos nicht ändern kann. In Anbetracht der technischen Voraussetzungen schöpft der Roam seine Möglichkeiten vorbildlich aus.

Wertungen und Technische Daten

GIGA-Testwertung im Detail: Sonos Roam

Der Klang geht zu 50 Prozent in die Gesamtnote ein.

Kategorie Wertung (max. 10) Klang 8 Ausstattung 8 Praxis 10 Gesamt 8.5 Spezifikationen: Sonos Roam Abmessungen 168 x 62 x 60 mm Gewicht 430 g Konnektivität WLAN, Bluetooth Akkulaufzeit bis zu 10 Stunden Besonderheiten wasserdicht (IP67), Apple Airplay 2

 

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