Wieso zwingen uns Smartphone-Hersteller 5G-Handys auf?

Wer sich ein neues Handy gönnen möchte, steht vor der Entscheidung, ob man sich ein 4G- oder 5G-Modell kaufen sollte. Entscheidet man sich für die ältere Technologie, wird man von Herstellern wie Samsung oder Xiaomi benachteiligt. Eine unschöne Praxis, die besonders in der Mittelklasse umgesetzt wird.

Smartphones mit 5G-Modem sind viel besser ausgestattet

Es gibt zwei prominente Beispiele, an denen man die Benachteiligung von 4G-Geräten deutlich sehen kann. Da wäre in erster Linie das Samsung Galaxy A52. Dieses wird in einer 4G- und 5G-Version angeboten. Das 5G-Modell ist deutlich besser, denn es besitzt einen schnelleren Prozessor und eine mit 120 Hz höhere Bildwiederholfrequenz. Preis und Leistung passen, wie wir im Test vom Samsung Galaxy A52 (5G) festgestellt haben. Wieso unterscheiden sich die Handys nicht nur beim 5G-Modem? Wieso muss das 4G-Modell schlechter ausgestattet sein? Die Wahl zwischen 4G und 5G hätte doch ausgereicht. Wer ein wirklich zukunftssicheres Handy haben möchte, muss im Grunde zur Version mit 5G greifen – aber eben nicht nur wegen des Modems.

Wieso das Samsung Galaxy A52 mit 5G die bessere Version ist:

Das nächste Beispiel wäre das Xiaomi Mi 11 Lite. Auch dieses Handy gibt es einmal mit 4G-Modem und als 5G-Version. Doch die Handys unterscheiden sich nicht einfach über das Modem, sondern auch beim Prozessor, der Frontkamera und dem verwendeten Gorilla Glas an der Front, womit man gar nicht rechnen würde. Wer erwartet wirklich, dass im 4G-Modell Corning Gorilla Glass 5 und im 5G-Modell Corning Gorilla Glass 6 zum Einsatz kommt? Niemand, für den diese Smartphones vorgesehen sind. Die Mittelklasse richtig sich an Menschen, die einfach nur ein gutes Handy mit attraktivem Preis haben wollen. Besonders da will man sich nicht mit jeder Kleinigkeit beschäftigen und die Spezifikationen im Detail kennen, um sich entscheiden zu müssen.

Was ist mit High-End-Smartphones?

In der Oberklasse gibt es solche Unterschiede nicht – zumindest fast. Beim Galaxy S20 FE kommt in der 4G-Version ein Exynos-Prozessor zum Einsatz, während im 5G-Modell auch in Deutschland ein Snapdragon-Chip verbaut wurde. Dass sich die Prozessoren je nach Region unterscheiden, ist bekannt. Wieso sie sich im 4G- und 5G-Modell unterscheiden müssen, bleibt ein Rätsel. Mittlerweile hat Samsung wohl selbst gemerkt, dass das Quatsch ist und will im S20 FE nun auch den Snapdragon-Prozessor verbauen – trotz 4G-Modem. Es geht also und lohnt sich. Das Samsung Galaxy S20 FE mit 5G-Modem hat im Test überzeugt – aber nicht wegen des Modems, sondern des besseren Prozessors. Echte High-End-Modelle haben dieses Problem dann nicht. Da gibt es mittlerweile nur noch 5G-Modelle, was das Problem von sich aus löst.

Beim Samsung Galaxy S20 FE muss man auch aufpassen:

5G-Modelle in der Mittelklasse sind die besseren Android-Smartphones

Aktuell kann man wirklich nur sagen, dass die 5G-Handys in der Mittelklasse die besseren Android-Smartphones sind. Nicht wegen des 5G-Modems, das man in der Preisklasse die nächsten 3-4 Jahre gar nicht braucht, sondern wegen entscheidender technischer Unterschiede, die die 5G-Modelle deutlich aufwerten. Ich verstehe, dass die Hersteller einen zusätzlichen Anreiz schaffen wollen, damit sich Kunden und Kundinnen direkt ein 5G-Modell kaufen, das ist meiner Meinung aber der falsche Ansatz. Ich will mir kein 5G-Handy kaufen müssen, dessen 5G-Modem ich aktuell noch gar nicht nutzen kann, um ein besseres Handy zu bekommen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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