Xiaomi Redmi Note 10 Pro im Test: So gut ist der Preis-Leistungs-Knaller aus China wirklich

Xiaomi hat mit dem Redmi Note 10 Pro wieder einmal zugeschlagen – zumindest wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Papier geht. Doch überzeugt das günstige Smartphone aus China mit der 108-MP-Kamera und dem 120-Hz-Display? Genau dieser Frage gehen wir im Test des Xiaomi Redmi Note 10 Pro nach.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro im Test: Fazit

GIGA-Wertung: 7.8 / 10

Xiaomi hat mit dem Redmi Note 10 Pro einen echten Preis-Leistungs-Knaller gebaut. Besonders das schnelle und helle Display hat im Test überzeugt. Die Performance passt, die 108-MP-Kamera macht anständige Fotos und man kommt mit dem großen Akku gut über den Tag. Nicht gespart hat Xiaomi zudem bei der Materialwahl und Verarbeitungsqualität. Das ist in der Preisklasse von unter 300 Euro keine Selbstverständlichkeit. Der Triple-SIM-Slot ist ebenfalls ein tolles Feature. Dort kann man zwei SIM-Karten und zusätzlich eine Speicherkarte einstecken. Das hat Samsung zuletzt beim Galaxy A52 wegrationalisiert.

Doch man muss auch beim Redmi Note 10 Pro einige Kompromisse eingehen. Das Smartphone fühlt sich nicht immer so schnell an, wie es sich mit dem 120-Hz-Display eigentlich anfühlen sollte. Die Akkulaufzeit ist gut, aber nicht überragend, was man bei dem 5.000-mAh-Akku erwarten könnte. Der 108-MP-Sensor der Kamera überzeugt zwar, doch man muss auf die Lichtbedingungen achten. Ansonsten macht sich schnell bemerkbar, dass die optische Bildstabilisierung fehlt. Der Zoom ist ohne Teleobjektiv ebenfalls nicht optimal.

Insgesamt hat mich das Xiaomi Redmi Note 10 Pro im Test überzeugt. Bei einem Preis von unter 300 Euro muss man natürlich einige Kompromisse eingehen, doch die sind bei diesem Smartphone absolut zu verschmerzen.

Vorteile:

120-Hertz-Display
Kamera
Akkulaufzeit
3,5-mm-Klinkenanschluss
Dual-SIM- und Speichererweiterung
IR-Sender
Preis

Nachteile:

Gewicht und Größe
Kein OIS bei der Kamera
Kein 5G-Modem
Fingerabdrucksensor

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Design und Verarbeitung

Optisch ist das Xiaomi Redmi Note 10 Pro wirklich gelungen. Obwohl es zum Preis von deutlich unter 300 Euro angeboten wird, wirkt es wie ein Premium-Handy. Nimmt man das Gerät zum ersten Mal in die Hand, wird man überrascht. Die glänzende Rückseite fühlt sich hochwertiger an, als man im ersten Moment erwartet. Der Rahmen ist zwar aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber nicht billig. Man merkt schnell, dass man ein richtig großes Smartphone mit dickem Akku in der Hand hat. Das Redmi Note 10 Pro wiegt stolze 193 Gramm. Da der Akku aber 5.020 mAh groß ist und das Display 6,67 Zoll in der Diagonale misst, geht das absolut in Ordnung. Mit großen Händen ist eine Einhandbedienung noch möglich. Ich habe zum Großteil aber zwei Hände benutzt, da das mit der rutschigen Rückseite einfach sicherer wirkte. Eine Hülle liegt aber bei, sodass man das Problem schnell aus dem Weg räumen kann.

Die Kamera auf der Rückseite steht deutlich aus dem Gehäuse heraus. Sobald man das Redmi Note 10 Pro auf den Tisch legt, wackelt das Handy deutlich. Ansonsten gibt es nichts zu bemängeln. Man hat einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, den USB-C-Port und sogar einen IR-Sender zur Verfügung, wodurch das Smartphone zur Fernbedienung wird. Die Verarbeitungsqualität unseres Testgeräts in Grau überzeugt in jedem Aspekt. Das Handy fühlt sich im Gegensatz zu früheren Redmi-Geräten überhaupt nicht billig an. Die Materialwahl ist für die Preisklasse sehr gelungen.

Mit dem seitlich angebrachten Fingerabdrucksensor bin ich im gesamten Testzeitraum einfach nicht warm geworden. Diesen hat Xiaomi an der rechten Seite verbaut. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit der Position, doch die Taste mit Sensor steht kaum aus dem Gehäuse heraus, sodass man die Position nur schwer erfühlen kann. Ich konnte mich auch nie entscheiden, wie ich das Handy entsperre, sodass ich dann irgendwann auf das Muster gewechselt bin. An sich funktioniert der Fingerabdrucksensor aber sehr gut.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Display und Lautsprecher

Xiaomi verbaut im Redmi Note 10 Pro ein 6,67-Zoll-AMOLED-Display, das mit 2.400 x 1.080 Pixeln auflöst und 120 Hz unterstützt. Die 120 Hz sind von Werk aus nicht aktiviert. Wollt ihr also das volle Potenzial des Displays ausschöpfen, müsst ihr die Option manuell einschalten, sonst seid ihr mit 60 Hz unterwegs. Das Display überzeugt grundsätzlich. Farben wirken kraftvoll, wenn man den gesättigten Modus einschaltet. Im voreingestellten Automatik-Modus, wo sich die Farben an der Umgebung orientieren, wirkt alles etwas lasch für ein OLED-Display. Hier muss man sich nach seinen eigenen Vorlieben orientieren. Die Helligkeit des Panels ist für die Preisklasse sehr gut. Nur der Helligkeitssensor arbeitet etwas langsam und zurückhaltend. Ich musste die Helligkeit sehr oft nach oben korrigieren, weil mir das Display in vielen Situationen zu dunkel eingestellt war.

Obwohl das Redmi Note 10 Pro so günstig ist, hat Xiaomi Stereo-Lautsprecher verbaut. Der Klang geht im Hinblick auf den Preis in Ordnung. Natürlich wünscht man sich, wie fast bei jedem Handy, mehr Bass und Volumen, doch man kann ohne Probleme Musik hören und YouTube-Videos schauen. Über die Lautstärke war ich überrascht. Manche Smartphones sind maximal so laut wie das Redmi Note 10 Pro bei halber Lautstärke. Komplett aufdrehen habe ich mich nicht getraut.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Performance und Software

In den ersten Tagen mit dem Redmi Note 10 Pro war ich etwas enttäuscht. Das Display unterstützt 120 Hz, doch das Smartphone fühlte sich nicht so schnell an, wie man es mit dieser Eigenschaft erwartet. Besonders beim Scrollen im Chrome-Browser und in einigen anderen Situationen ist die Darstellung nicht ganz so flüssig. Vielleicht sind meine Ansprüche in der Preisklasse etwas zu groß, doch der direkte Konkurrent, das Galaxy A52 (5G) mit 120-Hz-Display, hat sich schneller angefühlt. In Spielen hat man diesen Nachteil fast nie gespürt, nur wenn man in eine andere App gewechselt hat, kam es zu Rucklern. Hier hat Xiaomi auf jeden Fall noch Optimierungsspielraum. Gut möglich, dass ein etwas leistungsstärkerer Prozessor geholfen hätte. Xiaomi verbaut nämlich den Snapdragon 732G statt des Snapdragon 750G.

Bekommen habe ich das Redmi Note 10 Pro mit MIUI 12. In den letzten Tagen konnte ich mit einem Trick bereits MIUI 12.5 installieren. Grundsätzlich muss ich zugeben, dass ich schon lange kein Xiaomi-Handy mehr getestet hatte und deswegen gespannt war, wie sich die Software entwickelt hat. Man merkt hier und da immer noch, dass Xiaomi sich an Apple und iOS orientiert. Das hat Vor- und Nachteile. Einige Punkte wirken nämlich weiterhin nicht komplett durchdacht.

Wie bei jedem Smartphone wollte ich die Zeit umstellen, in der sich das Display in den Ruhezustand versetzt. Normalerweise findet man diese Option unter Einstellungen und Display. Nicht so bei Xiaomi, man hat nämlich einen zusätzlichen Punkt „Immer eingeschaltetes Display und Sperrbildschirm“ angelegt, wo man diese Einstellung ändern kann. Wozu? Wieso kann ich das nicht wie bei jedem anderen Hersteller unter Display ändern, sondern muss eine so lange Option in den Einstellungen integrieren? Davon gibt es so einige Beispiele. Ich habe das Gefühl, dass Xiaomi die Einstellungen vereinfachen wollte, sie dadurch aber unnötig kompliziert gemacht hat. Weniger ist hier mehr.

Das Always-On-Display wird dem Namen beim Redmi Note 10 Pro nicht gerecht. Es ist nämlich nicht immer aktiv, egal was man einstellt. Xiaomi möchte den Energieverbrauch damit wohl etwas reduzieren, verspricht aber eine Funktion, die es nicht gibt. Man kann nicht einmal die Zeit verlängern, mit der die Informationen angezeigt werden. Entweder man begnügt sich mit 10 Sekunden oder kann es ausschalten. Hier wünscht man sich mehr Spielraum.

Ansonsten bekommt man mit MIUI 12.5 auf dem Redmi Note 10 Pro ein gutes Betriebssystem auf Basis von Android 11. Den Geschwindigkeitsschub, der mit MIUI 12.5 im Vergleich zu MIUI 12 kommen sollte, habe ich im direkten Vergleich nicht gespürt. Vielleicht ist das eher etwas für die High-End-Smartphones.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Kamera im Test

Obwohl das Redmi Note 10 Pro so günstig ist, hat Xiaomi eine 108-MP-Kamera verbaut. Diese macht bei guten Lichtbedingungen auch tolle Bilder. Wird es dunkler und die Auslöseverzögerung steigt, muss man schon ein ruhiges Händchen haben, um immer scharfe Ergebnisse zu bekommen, da keine optische Bildstabilisierung vorhanden ist. Das merkt man auch deutlich, wenn man den Zoom benutzt oder ein Video aufnimmt. Die Bildstabilisierung fehlt hier. Es fehlt auch ein Teleobjektiv. Stattdessen hat man einen Makro- und Tiefensensor. Damit schränkt man den Einsatzzweck unnötig ein. Jede digitale Vergrößerung verschlechtert die Bildqualität. Die Kamera mit Superweitwinkel erzeugt gute Bilder. Doch auch hier muss man auf die Lichtbedingungen achten. Nachfolgend einige Fotos, die wir mit dem Redmi Note 10 Pro gemacht haben.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Akkulaufzeit

Xiaomi verbaut im Redmi Note 10 Pro einen 5.020-mAh-Akku, der mit maximal 33 Watt per Kabel schnell wieder aufgeladen werden kann. Eine kabellose Ladefunktion gibt es nicht. Kann man in der Preisklasse aber auch nicht erwarten. Die Akkulaufzeit geht in Ordnung. Ich kam bei normaler Nutzung über den Tag und hatte noch eine kleine Reserve von 20 Prozent. Wer sparsam mit dem Handy umgeht und nur den 60-Hz-Modus nutzt, kommt sicher auf 1,5 Tage. Ich hätte mir bei einem so großen Akku und dem Prozessor eigentlich mehr erwartet. Ich verstehe aber auch, dass der 120-Hz-Modus und das helle Display viel Energie ziehen.

Wertungen und Technische Daten

GIGA-Testwertung im Detail: Xiaomi Redmi Note 10 Pro

Kategorie
Wertung (max. 10)

Verarbeitung, Haptik und Design
9

Display
8

Kameras
7

Software
8

Performance
7

Telefonie und Audio
8

Speicher
8

Akku und Alltag
7

Gesamt
7.8

Spezifikationen: Xiaomi Redmi Note 10 Pro

Betriebssystem
Android 11, MIUI 12 (12.5)

Display
6,67-Zoll-AMOLED DotDisplay / 2.400 x 1.080 Pixel / 395 ppi / 120 Hz

Prozessor
Snapdragon 732G (2,3 Ghz)

RAM
6 GB

Interner Speicher
128 GB (+ MicroSD)

Kamera
108 MP Weitwinkel / 8 MP Ultra-Weitwinkelkamera / 5 MP Telemakro-Kamera/ 2 MP Tiefensensor

Akku
5.020 mAh

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